Dobermann Charakter und Wesen


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Was macht einen Dobermann aus?

Zu Beginn der Dobermannzucht wurden besonders scharfe und wachsame Hunde der unterschiedlichsten Rassen miteinander verpaart. Das Ergebnis sollten aufmerksame und angriffslustige Schutz- und Gebrauchshunde sein, die Rassebegründer Friedrich Dobermann bei seiner Arbeit beschützen sollten.

Auch im heutigen Rassestandard steht, dass der Dobermann ein Hund mit mittlerer Schärfe und mittlerer Reizschwelle sein soll. Dies bedeutet nun aber keineswegs, dass die Rasse grundsätzlich aggressiv und unberechenbar ist. Nein. Im Standard wird das Grundwesen des Dobermann als friedlich, anhänglich und sogar kinderlieb beschrieben.

Ein Hund für alle Fälle

Er ist jedoch trotzdem in erster Linie ein Gebrauchshund und wird seit jeher vielseitig eingesetzt. Polizei, Zoll und Militär wissen den intelligenten und lernfähigen Hund als Mitarbeiter daher sehr zu schätzen. Auch für die Jagd oder zur Rinderarbeit wird der Dobermann ausgebildet. Wer einen Dobermann halten möchte, sollte den Hund zu beschäftigen wissen. Spaziergänge und ein wenig Bällchenspielen befriedigen kaum den Arbeitswillen des kräftigen Vierbeiners. Er braucht eine Aufgabe und viel Bewegung.

Hundesportarten sind darum für den Dobermann ideal. Agility oder Obedience, aber auch Fährtensuche, Dogtricking und viele weitere Sparten sind geeignet. Hauptsache er kann lernen, muss seinen Grips anstrengen und kann sich körperlich betätigen. Er ist übrigens auch ein toller Reitbegleithund. Vorausgesetzt natürlich er hört abgeleint aufs Wort.

Ganz klassisch werden Dobermänner selbstverständlich immer noch als Wachhunde eingesetzt. Sie sind unbestechlich und ihr imposantes Erscheinungsbild, gepaart mit Selbstbewusstsein und Entschlossenheit machen ihn zu einem hervorragenden Beschützer für Leib und Leben, aber auch Haus und Hof. Sie haben eine angeborene Skepsis gegenüber neuen Situationen und Personen. Dies macht sie misstrauisch gegenüber Fremden. Diese haben auf ihrem Grund und Boden nichts zu melden und müssen sich dem Dobermann bzw. seinem Herrchen unterordnen.

Ihrem menschlichen Rudel gegenüber sind sie jedoch sehr treu und anhänglich, ja, geradezu verschmust. Es gibt Dobermänner, die glauben trotz ihrer stattlichen Größe, sie seien Schoßhunde und sind sanft wie Lämmchen. Ein Dobermann würde ohne zu zögern sein Herrchen oder Frauchen verteidigen.


 

Steckbrief Dobermann

  • Ursprungsland: Deutschland
  • Größe: Rüde 68-72 cm / Hündin 63-68 cm
  • Gewicht: Rüde 40-45 kg / Hündin 32-35 kg
  • Lebenserwartung: 10-13 Jahre
  • Charakter/Wesen: intelligent, sensibel, treu, wachsam, anhänglich
  • Haarkleid: kurz, glatthaarig, glänzend
  • Fellfarbe: schwarz und dunkelbraun mit jeweils rotbraunen Abzeichen
  • Verwendung: Schutz-, Begleit- und Gebrauchshund
  • Andere Namen: Gendarmenhund, Dobermann Pinscher
  • Spitzname: Dobi

Gibt es Unterschiede zwischen Dobermann-Rüde und Hündin?

Klassische Merkmale, die allein den weiblichen oder männlichen Rassevertretern zuzuordnen sind, gibt es nicht. Unter Dobermännern gibt es allerdings oft folgende Charaktereigenschaften, die den Geschlechtern gerne zugeordnet werden:

  • Hündin: Anhänglich, sehr misstrauisch gegenüber Fremden, sensibel, lebt gern im Haus, verteidigt vehement ihr Heim
  • Rüde: Dominant, am liebsten dauernd draußen, nicht ganz so reserviert, aggressiv, niedrigere Reizschwelle, als die Damen

Obwohl dies auf einige Hunde zutreffen mag, sollte hier nicht pauschalisiert werden. Es gibt durchaus auch verschmuste Rüden oder sehr dominante Hündinnen. Das Wesen der Dobermänner ist dabei zu Beginn in ihren Grundzügen immer gleich. Wie der Charakter sich allerdings in jungen Jahren formt und festigt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

Eine gute Sozialisation und Prägung im Welpenalter kann Wunder für die spätere Entwicklung bewirken. Außerdem benötigt der Dobermann eine konsequente aber liebevolle Erziehung, und zwar sein Leben lang. Auch die Haltungsform wirkt sich auf das Wesen des Hundes aus. Familienanschluss mit einer engen Bezugsperson, der er absolut vertrauen kann, ist ideal. Zwingerhaltung kehrt hingegen oft die dunkle Seite des Dobermann heraus, zumindest, wenn sie die permanente Unterkunft des Hundes darstellt. Im Zwinger alleingelassen, unterfordert und gelangweilt entwickelt er oft sehr unerwünschte Unarten.

Verhaltensänderungen während der Läufigkeit

Eines ist jedoch bei der Wahl von Hündin oder Rüde tatsächlich zu bedenken: Eine Dobermann-Dame wird etwa ein- bis zweimal im Jahr läufig. Zu dieser Zeit spielen die Hormone etwas verrückt, was sich durchaus auf das Verhalten auswirken kann. Einige Hündinnen werden geradezu anhänglich und weichen ihren Besitzern nicht von der Seite. Andere ziehen sich zurück und schlafen viel. Es kann auch vorkommen, dass sich einige Wochen nach der Läufigkeit eine mehr oder minder stark ausgeprägte Scheinträchtigkeit entwickelt. In diesem Fall wird oft Spielzeug bemuttert und durch die Gegend getragen, ein Nest gebaut usw. Auch Aggressionen und Verteidigungsreaktionen gegenüber Fremden sind zu beobachten. Manchmal produziert die Dobermann-Hündin sogar etwas Milch.

Eine scheinträchtige Hündin mag für den Besitzer etwas anstrengend erscheinen, ist jedoch in der Regel für den Hund nicht weiter schlimm und völlig normal. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Sollte die Scheinträchtigkeit jedoch sehr stark ausgeprägt sein, könnten Medikamente helfen oder in letzter Instanz auch eine Kastration. Fragen Sie am besten Ihren Tierarzt um seinen professionellen Rat.

Auch unkastrierte Rüden zeigen manchmal ein verändertes Verhalten bei einer läufigen Hündin in der Nachbarschaft. Sie markieren häufiger als ohnehin schon, haben bisweilen wenig Appetit, jaulen wie Wölfe nach ihrer Liebsten und suchen darußen nach ihrer Fährte. Manchmal gehen sie sogar stiften, wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet. Andere Dobermänner leiden hingegen stumm und sind kaum auffällig.


Ein scharfer Wachhund als Familienhund?

Sicherlich ist der Dobermann kein Familienhund im klassischen Sinne. Er wird zwar als solcher immer beliebter, allerdings benötigt er dennoch hundeerfahrene Halter und eine konsequente Hand. Wenn Sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Dobermann machen, sollte der Züchter immer nach seinen Zuchtzielen gefragt werden. Einige betreiben Leistungszucht, andere wiederum legen mehr Wert auf einen ausgeglichenen Charakter und züchten gezielt familientauglichere Hunde. Dazu werden charakterlich eher sanfte und ruhige Elterntiere verpaart. Eine Garantie, dass ihr Dobi sich auch so entwickelt, haben Sie jedoch leider nicht. Allerdings kann das Wesen des Welpen von Ihnen und dem Züchter positiv beeinflusst werden.

Eine frühe Prägung, Erziehung und Sozialisation sind beim Dobermann sehr wichtig. Er sollte viele positive Erfahrungen in seinen ersten Lebensmonaten machen und unbedingt unterschiedliche Tiere und Menschen jeden Alters kennenlernen. Natürlich auch Babys und Kleinkinder. Insbesondere, wenn er später in eine Familie mit Kindern kommen soll. Setzen Sie dem Hund ebenso von Anfang an Grenzen, seien Sie ein souveräner Rudelführer und zeigen Sie dem Dobermann, dass er sich auf Sie und Ihre Kompetenz jederzeit verlassen kann.

Die natürliche Skepsis der Dobermann Welpen kann ihnen zudem leicht zum Verhängnis werden. Sie sind nicht so erkundungsfreudig und neugierig, wie manch andere Hunderasse, sondern gehen es lieber etwas langsamer an und sind vorsichtig. Werden die Kleinen nun vom neuen Halter gedrängt und überfordert, so kann dies das Vertrauen nachhaltig zerstören. Solch ein Fehler passiert häufig Dobermann-Neulingen oder Hundeanfängern. Das Zauberwort bei Sozialisierung und Training lautet darum immer Geduld. Überzeugen Sie den Welpen, aber drängen Sie ihn nicht.

Da der Dobermann ursprünglich ein Gebrauchshund ist, braucht er natürlich ein gutes Maß an Bewegung und Beschäftigung. Und zwar mehr als Spaziergänge und ein wenig Spielen. Schenken Sie ihm viel Zeit und Aufmerksamkeit und geben Sie ihm eine Aufgabe, die ihn fordert. Auch eine Hundeschule ist eine prima Idee, ebenso wie spezielle Kurse oder Hundesportarten, die dort angeboten werden. Sicherlich finden Sie eine Beschäftigung, die ihnen beiden Spaß macht und die vielleicht auch Ihre Kinder mit dem Dobermann ausüben können.

Viele Hunde dieser Rasse sind übrigens ganz vernarrt in Kinder. Sie spielen und toben gerne mit ihnen herum. Dobermänner, die keine Kinder mögen, ignorieren diese hingegen oft. Doch egal, zu welcher Sorte Ihr Dobermann gehört: Lassen Sie Ihren Nachwuchs nie alleine und ohne Aufsicht mit dem Hund allein und bringen Sie ihnen den respektvollen Umgang mit dem Vierbeiner bei. Ideal ist es allerdings, wenn die Kinder schon etwas größer sind, da der Dobermann nicht gerade zu den kleinen Rassehunden gehört.

Wenn Sie all die oben genannten Punkte berücksichtigen, bekommen Sie sicherlich einen treuen Gefährten, aufmerksamen Beschützer und wertvolles Familienmitglied. Der Dobermann wird sich in kompetenten und erfahrenen Händen von seiner lieben und anhänglichen Seite zeigen und Ihnen beweisen, dass er ein wahrer Kampfhund ist: Nämlich ein Kampfschmuser.


Vorurteile gegenüber dem Dobermann

1. Dobermänner sind Einpersonenhunde

Ja und nein. Der Dobermann braucht ganz klar eine Bezugsperson, die ihm zeigt, wo es langgeht. Jemand, der Ruhe und Kraft ausstrahlt und dem sich der Dobermann gerne unterordnet. Hat der Hund keine Vertrauensperson oder stellt er die Kompetenz seines Rudelführers in Frage, so wird der Vierbeiner selbst versuchen diese Position einzunehmen, was natürlich unerwünscht ist. Vertraut er jedoch Herrchen oder Frauchens Fähigkeiten, so folgt er gerne und ist zu allem bereit. Auf diese Person ist der Dobermann fixiert, was jedoch nicht heißt, dass er die anderen Mitglieder seines Rudels nicht beachtet. Er liebt alle Familienmitglieder und ordnet sich jedem bei entsprechendem Training und Sozialisation unter. Auch Kindern. Er würde seine Familie stets beschützen.

2. Der Dobermann ist aggressiv und beißt gern

Zu behaupten, der Dobermann sei von Geburt an aggressiv und beißwütig ist schlichtweg falsch. Kein Hund wird als Bestie geboren! Zwar hat die Rasse eine mittlere Schärfe und Reizschwelle, allerdings kehrt er die nur auf Kommando hervor. Ein gut erzogen, trainierter und sozialisierter Hund wird niemals ohne Grund jemanden anfallen. Wenn es zu Beißattacken kommt, ist (mit wenigen Ausnahmen) meistens die Person am anderen Ende der Leine Schuld. Mangelnde Ausbildung und Erziehung sind Gründe, Unterbeschäftigung oder der Hund erkennt seinen Besitzer nicht als Rudelführer an, weil er ihm diese Aufgabe nicht zutraut (z.B. wegen inkonsequentem Verhalten). Auch eine isolierte Haltung (Zwingerhaltung, siehe oben) führt zu Verhaltensänderungen und Auffälligkeiten. Wer sich einen Dobermann halten möchte, sollte Begeisterung und Know-how für diese Rasse mitbringen, sie ausreichend auslasten und ihr ein Leben lang Training und Erziehung angedeihen lassen.

3. Braune Dobermänner sind ausgeglichen und freundlich, schwarze Rassevertreter hingegen unberechenbar und angriffslustig

Natürlich nicht! Woher dieses Vorurteil kommt, ist schwer zu sagen. Möglicherweise liegt es an dem Bild, welches wir aus Film- und Fernsehen kennen: Schwarze, muskulöse Wachhunde mit spitzen Ohren und Stummelrute stürzen sich auf alles und jeden, der ihnen zu nahe kommt. Einen braunen Dobermann bekommt man hingegen gar nicht erst auf der großen Leinwand zu sehen. Viele halten die braune Variante darum nicht selten für einen eleganten Jagdhund und erkennen ihn gar nicht als waschechten Dobermann. Er wirkt allein durch seine Fellfarbe schlicht nicht so bedrohlich, wie sein schwarzer Zwilling. Dabei sind Grundcharakter und Wesen bei beiden Farbvarianten natürlich gleich.

4. Der Dobermann ist ein Kampfhund

Nein. Dies beweist schon allein die Tatsache, dass er in Deutschland nicht als Listenhund geführt wird. Einzige Ausnahme: Brandenburg. Dort wird der Dobermann jedoch nicht als Kampfhund betitelt, sondern als potenziell gefährlich eingestuft (Listenhund der Kategorie 2), weshalb seine Haltung zwar nicht verboten, aber mit bestimmten Auflagen verbunden ist. So benötigt der Besitzer unter anderem einen Sachkundenachweis und ein Führungszeugnis. Der Hund kann hingegen einen Wesenstest ablegen. Erhält er ein Negativzeugnis, darf er eine grüne Plakette tragen, die ihn als “nicht gefährlich” kennzeichnet. Ansonsten trägt er eine rote Plakette. Es herrscht außerdem Leinenzwang in Brandenburg für Hunde der Kategorie 2.

5. Nur kupierte Dobermänner sind echte Dobermänner

Dies ist wirklich Blödsinn. Kupierte Ohren und ein Stummelschwanz ändern nichts am Charakter eines Hundes. Nach dem Kupierverbot für Ohren und später auch der Rute haben viele Dobermann-Fans protestiert, dass diese nun unversehrten Hunde einfach nicht mehr ihr Dobermann seien, wie sie ihn kennen und lieben. Das schnittige und leicht bedrohliche Aussehen fehlte eben. Doch zum Glück haben genug Züchter und Liebhaber der Rasse das Verbot begrüßt und wissen den schlappohrigen Dobermann mit langer Rute noch genauso zu schätzen wie vorher. Auf die inneren Werte kommt es doch letztlich an.


Sind Dobermänner als Therapiehunde geeignet?

Grundsätzlich eignet sich jede Hunderasse zum Therapiehund. Auch der Dobermann. Er und sein Hundeführer müssen allerdings gewisse Auflagen erfüllen, um erfolgreich eingesetzt werden zu können:

  • Frühe Prägung im Welpenalter, auch auf Menschen mit Behinderung, im Rollstuhl oder Kinder
  • Lehrgänge und Ausbildungskurse für Hund und Halter sind Pflicht
  • Vertrauen in den Hundeführer und absoluter Gehorsam
  • Sehr menschenfreundlich und ausgeglichen
  • Belastbar auch in stressigen Situationen
  • Kein Jagdverhalten
  • Keinerlei Aggressivität
  • Keine Angst vor lauten Geräuschen, Berührungen, fremden Menschen
  • Gutmütig und ruhig

Zu bedenken ist allerdings, dass in den meisten Köpfen das Bild vom aggressiven Wachhund vorherrscht, wenn es um den Dobermann geht. Zumindest bei der schwarzen Variante. Darum könnten viele Patienten Angst vor dem Hund haben und es dürfte schwer werden, das Eis zu brechen. Hier gibt es noch einiges an Pionierarbeit zu leisten und Vorurteile abzubauen. Dass es dennoch geht, beweist Dobermannhündin Ayla. Sie ist Therapiehund mit Examen (geprüfter Besuchshund) und viel geschätztes Mitglied beim Deutschen Roten Kreuz. Sie besucht gern alte Menschen und bringt Freude und Abwechslung in den Alltag des Altenheims.


Kurzer FCI Rassestandard für den Dobermann

Der Dobermann ist eine von der FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannte Hunderasse aus Deutschland.

  • FCI-Standard Nr. 143
  • Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde
  • Sektion 1: Pinscher und Schnauzer
  • Mit Arbeitsprüfung

Allgemeine Erscheinung:

  • kräftig und muskulös
  • stolze Haltung
  • eleganter Körper

Verhalten und Wesen:

  • mittlere Schärfe
  • mittlere Reizschwelle
  • mittleres Temperament
  • freundlich, friedlich, kinderlieb, anhänglich

Kopf/Gesichtsschädel:

  • von oben keilförmig
  • Stop deutlich erkennbar
  • Scherengebiss

Körper:

  • Bauchdecke deutlich aufgezogen
  • Abfallender Rücken
  • Vorbrust

Haarkleid und Farben:

  • kurz und dicht
  • fest anliegend
  • keine Unterwolle
  • schwarz oder braun mit rostrotem Brand

Was ist für Sie typisch Dobermann? Beschreiben Sie den Charakter und das Wesen Ihres Dobermanns! Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar warum der Dobermann für Sie ein so besonderer Hund ist!

9 thoughts on “Dobermann Charakter und Wesen

  1. Ich bin im Kindesalter mit einem Dobermann aufgewachsen und hätte keinen besseren Hund haben können. Unser Weibchen ist stolze 15 Jahre alt geworden. Sie war ein absoluter Familienhund. Sie hat sich uns “kleinen ” Kindern (wir waren 3) absolut untergeordnet. Niemals hätte sie uns gegenüber aggressiv reagiert (und wir haben so manches mit Ihr angestellt, vom Schlittenziehen, Schwimmen und natürlich einschlafen in IHREM Körbchen) All dies war niemals ein Problem. Der Hund war immer in der Lage Spaß und Ernst zu unterscheiden und hätte sich schützend vor uns geworfen, wenn das nötig gewesen wäre. Jagdtrieb hatte sie keinen besonders ausgeprägten, aber Katzen waren nicht so ihre Welt. Diese hat sie aber mehr oder weniger akzeptiert und gelegentlich verbellt. Auch das eine oder andere Eichhörnchen wurde auf den Baum gejagt. Das wars auch schon. Sie war ein sehr aufmerksamer Wachhund (hat einen Autodiebstahl am Haus vereitelt) und allein Ihre Anwesenheit ließ manchen Spaziergänger die Strassenseite wechseln. Das war uns aber immer nur Recht; wir wussten es ja besser ! Mit diesem Hund sind selbst wir Kinder niemals belästigt worden.

  2. Meine Erfahrung mit einer Dobermann-Hündin: liebevoll, verschmust, sensibel, edel, draufgängerisch, ein Kraftpaket, ohne dabei unschön “stiernackig” wie ein Rotti zu wirken, schön (kupiert – gegen selbsternannte Tierfreunde kann man nicht mit Argumenten kommen, geschenkt), verfroren und wärmebedürftig (fehlendes Unterfell), zuverlässiges Melden, nah am Mann (Mädchen eben), aber nicht so “mechanisch” und simpel wie etwa ein Deutscher Schäferhund, diese kaputt gezüchtete Rasse. Dennoch hohes Maß an Selbstständigkeit, bemerkenswerte Kinderfreundlichkeit, große Klappe. Anfangs schätzte ich die Rasse als zu empfindlich, zu verpimpert ein. Korrigierte meine Einschätzung – bis natürlich auf die Verfrorenheit.

    Kam per Zufall zur Doberfrau. Hätte eigentlich eine Riesenschnauzerin werden sollen. Einen Doberbuben verloren an DCM, zu jung.

    Mit den bekannten Vorurteilen über Dobermänner kann ich komfortabel leben. Schade, dass sie so selten zutreffen! Würde mich wieder für Dobermann entscheiden, sofern Aufhebung des m.E. nicht ausreichend fachlich begründeten Kupierverbots. (Ja, ich kenne alle Argumente beider Seiten – Keine der beiden Seiten denkt da ausschließlich falsch. Eine Abwägungsfrage also.). Leider ist gegen Ideologie kein ausreichendes Kraut der Vernunft gewachsen. Wichtiger bleibt jedenfalls: deutscher, bei Haltung und Erstsozialisierung leichter unmittelbar nachvollziehbarer Züchter.

    Meine Doberin stammt aus ungarischer Zucht. Züchter war meinerseits nicht mehr recherchierbar. (Zweithalter). An ihrem Verhalten lässt sich ablesen, dass der Züchter auch in den ersten Lebenswochen sehr verantwortlich agiert hat.

  3. Unser verschmustes altes Dobimädchen Tinka, 10 Jahre alt, liegt gerade neben mir und schnarcht, während ich diese Zeilen schreibe…uns kommen manchmal echt die Tränen vor Rührung, wenn wir sehen, wie liebevoll sie mit unserem Enkel, 3 Jahre alt, umgeht…von Anfang an hat sie den Kleinen beschützt….und sich so manches Mal auch schon regelrecht in die Erziehung des Kindes “eingemischt”…umgekehrt lässt e r auf seine Tinka nichts kommen, wir dürfen nicht schimpfen mit ihr…. sonst rügt uns der kleine Mann.. .Vor unserem Mädchen hatten wir 2 Jungs, alle beide mit super Charakter….ich könnte ein Buch füllen mit allen möglichen Begebenheiten aus 20 Jahren Dobermann

  4. Unser Dobermann stammt aus einer Notaufnahme…..Die ersten Monate konnten wir ihn leider nicht prägen und es fehlte jegliche Erziehung….das machte alles sehr schwer. Ich kann nur hoffen , da er eigentlich sehr lieb sein kann , daß wir noch alles schaffen , denn man merkt wirklich , daß die 1.Monate , (über ein Vierteljahr) nur im Freien und keine liebende und erzieherische Einwirkung ,sich total bemerkbar machen. Er ist ausgelassen , hört leider nicht immer und macht dann was er will…(Tapete von dden Wänden , alles runterreissen , selbst der Bodenbelag im Flur usw. usw. …Wir hatten vorher einen Wolfshund , die Liebe in Person…..

  5. Ich hatte mir vor Jahren einen schwarzen Dobermann-Rüden zugelegt im Alter von 8 Wochen. Er zeigte sich schnell lernbegierig und anhänglich und da ich ihn gut sozialisiert hatte war er der Typ der sich auf den Rücken legte um an Bauch gekrault zu werden.
    Allerdings musste ich ihn leider nach 1 Jahr abgeben, da sich meine Lebensumstände dramatisch geändert hatten. Ausserdem war er dadurch unterfordert und begann den Teppich in Stücke zu rupfen. Möchte damitr sagen…man sollte sich gut überlegen ob ein Dobi der richtige Hund ist. Den ganzen Tag arbeiten und dann erst Gassi ist nicht. Diese Rasse WILL arbeiten. Ist der Dobi geistig ausgelastet, ist er ein toller Begleiter.

  6. Tja . Ich habe jetzt schon den dritten Dobermann. Meiner Meinung nach der beste Hund, den man haben Kann.
    Allerdings für Anfänger wirklich nicht geeignet.
    Er sucht sich schon ganz konsequent aus, wer ihm was zu sagen hat.
    Mein Mädchen war 17 Jhare alt, als es gestorben ist. Krebs. Naja, dazu neigen sie ja. Da habe ich Glück gehabt.
    Ansonsten gabs mit keinem meiner Hunde Probleme. Kinderlieb, sensibel (bis schreckhaft..vor allem an Sylvester…)
    Katzen wurden gerne mal gejagt. Aber nie so, dass sie mal einen erwischt hätten. Da wurde vorher gebremst.
    Jetzt haben wir einen aus dem Tierheim geholt. Er war 7 Jahre alt und vorher schon mal vermittelt. Diese Leute haben in nach einer Woche zurückgebracht. Wundert mich nicht. Ohne Ahnung halt. Das geht schief.
    Wir haben ihn jetzt seit drei Jahren und würden ihn niemals tauschen!
    Leider, leider habe ich ihn mehr, oder weniger meiner Frau überlassen müssen, von Anfang an. da ich gesundheitlich nicht mehr in der Lage bin, zu toben zu spielen, oder Training zu machen mit ihm.
    Allerdings hat das Zusammenspiel zwischen uns allen hervorragend geklappt!
    Noch eine Randbemerkung:
    Zwischendurch hatte ich auch 13 Jahre lang einen Airdale-Terrier.
    War so ähnlich. Auch kein Anfängerhund. War aber klar.

  7. Habe jetzt schon den zweiten Dobermann, muss ehrlich gestehen , wollte vorher niemals diese Rasse haben. Aber bereits die erste Hündin hat mich voll und ganz vom Gegenteil überzeugt. Meine jetzige Hündin ist genau wie beschrieben, absolut friedlich , was alle Gäste und Besucher angeht, die zu uns kommen, die wir an der Tür begrüßen und herein bitten. Da ich in einer Tierpraxis arbeite und wir außerdem noch sehr viele andere Tiere wie Katzen, Kaninchen, Meerschweine, Laufenten, Enten, Gänse ect. besitzen, ist es für manche Leute ein Schauspiel zu beobachten, wie im Garten die Laufenten oder Katzen direkt durch die Beine der Hunde ( wir haben noch einen großen Bernersennen- Schäferhundmischling ) hindurch laufen oder sich daran anschmusen, ohne das etwas passiert. Auch hat unsere Dobermann Hündin sehr schnell gelernt, das all diese Tiere ihrem Frauchen sehr viel bedeuten, sie würde ihnen nie etwas tun. In unserem Hinterhof , der vollkommen abgeschlossen ist können sich die beiden großen Hunde völlig frei bewegen, gehen also den ganzen Tag ihrem Bewegungsdrang nach. Zusätzlich bin ich mit beiden im Hundesportverein. Durch diese Auslastung traten auch nie irgendwelche Unarten auf. Der Dobermann ist für mich der perfekte Hund, muss allerdings auch bestätigen, kein Anfängerhund!!!

  8. Unser Dobi Welpe ist mittlerweile 6,5 Monate – neben unserem 13 jährigen Labrador. Ich selbst hätte nie gedacht, dass es rassespezifisch so signifikante Unterschiede gibt. Wir sind SOFORT in die Hundeschule da unser Dobi sehr dominant war. Jetzt heisst es Konsequenz und Konsequenz und nochmal Konsequenz! Er ist misstrauisch gegenüber allen Fremden. Er lässt sich – im Gegensatz zum Labrador – auch von Kindern nicht schikanieren und pisacken. Meiner Meinung nach definitiv kein Anfängerhund . Extrem loyal und ein hohen Schutztrieb. Dennoch bei inkonsequenter Erziehung sehr sehr gefährlich – auch Kindern! gegenüber. Mittlerweile durch gute Sozialisation ein liebesbedueftiger Schmuser. Danke für die tolle Seite!

  9. Von Herzen allen Kommentatoren ein Dankeschön fuer die herzempfundenen Beschreibungen ihrer Dobermann Gefaehrten ! Es war herrlich zu lesen und sooo sehr nachvollziehen zu koennen. Und ich habe den nichts hinzuzufügen, unser Dobermann ist eine “Grace for his noble Race”, das sage ich ihm sehr oft. Lucky us !

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